#RIPChesterBennington: Reaktionen auf den Tod des Linkin Park-Sängers

#RIPChesterBennington: Reaktionen auf den Tod des Linkin Park-Sängers

Zwei Wochen nach dem Suizid von Linkin Park-Sänger Chester Bennington sitzt der Schock immer noch tief. Vielen Fans hat er aus der Seele geschrien und dennoch den Kampf gegen die Depression verloren. Welche Reaktionen es auf seinen Tod gab und warum ein Wandel in der Medienberichterstattung erkennbar ist, lest ihr hier.

Chester Bennington ist tot. Laut Berichten hat er sich selbst das Leben genommen. Wir lesen in den Gazetten nun von seinen Drogen- und Alkoholproblemen. Wie immer, wenn sich Prominente suizidieren. Ausführlich wird ausgeschlachtet welche Tabletten und Substanzen wann in welchen Mengen eingenommen wurden und alle Welt denkt sich ‘das hätte ich niemals von ihm/ihr gedacht’”, schrieb Tattoo-Model Victoria van Violence am 20. Juli 2017 auf ihrer Facebookseite. Sie selbst steht seit einigen Jahren im Rampenlicht und zählt unter anderem zu den bekanntesten Veganern Deutschlands. Sie prangert an: Die Medien sehen in solchen Vorfällen nur eine Sensation. Etwas, das viele Leser und viele Klicks bringt. Aber Verständnis und Aufklärung über psychische Erkrankungen kommen ihr zu kurz.

Tatsächlich: Die Onlinemedien waren an den Tagen nach dem 20. Juli, den Tag an dem der Tod von Linkin Park-Sänger Chester Bennington bekannt wurde, voll von Schlagzeilen über diesen tragischen Verlust – inklusive oberflächlichen Meldungen zu seinen Alkohol- und Drogenproblemen. Und zu seinen Depressionen.

Ein Schmerz, der zum Erfolg führte

Natürlich liefern auch die teils depressiven Texte älterer Linkin Park-Songs, wie “Numb”, “Crawling”, “In The End” oder “From The Inside” ordentlich Futter für solche Schlagzeilen. Die Songs von Linkin Park waren gerade in der Anfangszeit geprägt von Frust, Schmerz, Verzweiflung – und möglicherweise suizidalen Gedanken. Damit sprach die Band aus Los Angeles vielen insbesonderen jungen Menschen aus der Seele. Die Gefühle, die Chester Bennington in den Songs transportierte, weckten beim Zuhörer Emotionen. Und wer selbst mit Schicksalsschlägen, psychischen Erkrankungen oder einfach nur einer schlimmen Pubertät zu kämpfen hatte – für den waren Linkin Park mitunter ein Wegbegleiter.

Wandel in der medialen Berichterstattung

Nichtsdestotrotz brachte der überraschende Tod des 41-Jährigen eine Wende mit sich – und zwar in der medialen Berichterstattung. Denn entgegen mancher Vorwürfe wies zunächst tagesschau.de darauf hin, dass der Pressekodex Meldungen über Selbstmorde kritisch sieht und die ARD üblicherweise nicht über solche berichtet – auch weil die Nachahmerquote hierfür relativ hoch sei. Gleichzeitig wies der Sender ausdrücklich darauf hin, dass Menschen mit suizidalen Gedanken sich Hilfe suchen sollten – und lieferte prompt Kontaktdaten von Hilfestellen.

Screenshot: tagesschau.de

Viele weitere Medien zogen nach: So verwiesen beispielsweise die Frankfurter Allgemeine Zeitung, N24 oder ZEIT Online in ihren Berichten über Chester auf Hilfestellen – und riefen Betroffene dazu auf, sich ihren Gedanken nicht hinzugeben.

Aber auch andere Musiker verkündeten ihre Trauer und Anteilnahme. So spielten Coldplay kürzlich auf einem Konzert eine Piano-Version von “Crawling”, während Showtek ihren Auftritt nach dieser schlechten Nachricht ihre Show unterbrachen, um “In The End” zu spielen – woraufhin rund 40.000 Besucher des Parookaville Festivals den Song in Gedenken an Chester mitsangen. “Celebrate Life!”, forderte das niederländische DJ-Duo auf. 

Linkin Park selbst launchten eine Microsite für Chester, auf der Betroffene von Suizidgedanken Anlaufstellen finden – und auf der Social-Media-Beiträge zu diversen Hashtags rund um Chester Bennington gesammelt werden.

 

Screenshot: http://chester.linkinpark.com/

Reaktionen aus den sozialen Netzwerken

Auch und insbesondere online war die Anteilnahme an Chesters Tod immens. Bandmitglieder, andere Musiker und Fans ließen ihren Gedanken und Gefühlen freien Lauf. Entstanden ist eine Sammlung an Bildern, Videos und persönlichen Erinnerungen, die verdeutlichen, wie tragisch dieser Selbstmord ist. Und wie sehr die Welt einen großen, emotionalen Künstler vermissen wird.

Der erste Tweet von Mike Shinoda nach dem Bekanntwerden dieser Nachricht.

 

Einige Tage später teilte die Band auf Facebook ein offizielles Statement, das für Gänsehaut sorgte:

 

Dear Chester,

Our hearts are broken. The shockwaves of grief and denial are still sweeping through our family as we come to grips with what has happened.

You touched so many lives, maybe even more than you realized. In the past few days, we’ve seen an outpouring of love and support, both public and private, from around the world. Talinda and the family appreciate it, and want the world to know that you were the best husband, son, and father; the family will never be whole without you.

Talking with you about the years ahead together, your excitement was infectious. Your absence leaves a void that can never be filled—a boisterous, funny, ambitious, creative, kind, generous voice in the room is missing. We’re trying to remind ourselves that the demons who took you away from us were always part of the deal. After all, it was the way you sang about those demons that made everyone fall in love with you in the first place. You fearlessly put them on display, and in doing so, brought us together and taught us to be more human. You had the biggest heart, and managed to wear it on your sleeve.

Our love for making and performing music is inextinguishable. While we don’t know what path our future may take, we know that each of our lives was made better by you. Thank you for that gift. We love you, and miss you so much.

Until we see you again,

LP

Visit ​Chester.LinkinPark.com

 

Weitere Reaktionen aus dem Netz:

 

https://twitter.com/LunaLuceras/status/890826535170699264

 

In diesem Sinne sagt auch NayaCliché: #RIPChesterBennington. Mit einem Video das noch einmal verdeutlicht, wie großartig dieser Sänger war. Wie er die Nähe zu seinen Fans suchte. Wie authentisch er war. Nahbar. Und einzigartig.

 

Beitragsbild: Kristina Servant – CC BY 2.0 | https://www.flickr.com/photos/xkristinax/



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