Keine „verdammte Radioband“, sondern Kraftklub!

Keine „verdammte Radioband“, sondern Kraftklub!

Gute Laune, Entertainment und eine gesunde Portion Selbstironie – Kraftklub haben gestern die Besucher des Folklore NullZwölf ins Schwitzen gebracht. Springen, singen, hinknien und eine „Wall of Intelligenz“. Kraftklub wissen einfach, was die Leute wollen – und dennoch wirkten sie zwischenzeitlich ziemlich besorgt um die tobende Masse…

© NayaCliché

Eine „lustige Geschichte“ hatte Sänger Felix zu erzählen: „Vor einem halben, dreiviertel Jahr haben wir da in der Halle hinter uns ein Konzert gespielt…in der Räucherkammer vom Schlachthof.“ Jetzt, so Felix, sei da hinten das Backstage Catering. Kaum vorstellbar, dass die Fans der Chemnitzer Band mal in die kleine Schlachthof-Halle gepasst haben – die Masse, die gestern vor der Bühne stand, war nicht aufzuhalten. „Der Abend verspricht gut zu werden“, stellte Felix schon zu Beginn fest und freute sich zwischendurch immer wieder über die „schönen Mädchen in diesem Land“.

Mit seinem Mikrofon stand der Frontman der fünfköpfigen Band allerdings auf Kriegsfuß: Erst musste es ausgetauscht werden, das zweite verpasste ihn dann einen ordentlichen Stromschlag, gab er auf der Bühne zu. Aber er ließ sich nicht irritieren und animierte das Publikum immer wieder zum Tanzen, Feiern und Spaß haben.

Nach gefühlt jedem zweiten Song blitzte allerdings ein bisschen Sorge um die Festivalbesucher durch. Kraftklub haben für Ausnahmezustand beim Folklore NullZwölf gesorgt: Die Masse tobte – fast schon ein bisschen zu viel. Sänger Felix forderte das Publikum immer wieder zu Hilfsbereitschaft auf: „Wenn einer hinfällt, zieht ihn wieder hoch! Wenn alle fallen, helft euch gegenseitig!“ Und auch die „schönen Mädchen“ in Wiesbaden bekamen Tipps: „Wenn es da unten Mädels gibt, die raus wollen…tippt dem Kerl neben euch auf die Schulter. Er soll euch hochheben. Dann könnt ihr euch nach vorne tragen lassen und die netten Herren von der Security ziehen euch raus.“ So viel Fürsorge und trotzdem Partystimmung – das kam bei den Festivalbesuchern gut an!

© NayaCliché

„Wir sind jetzt seit kurzem eine Radioband“, hieß es von den Jungs auf der Bühne. Sie stimmten kurz darauf ihren Song „Kein Liebeslied“ an und wurden von ihren Fans gesanglich unterstützt. Doch schon nach einem Refrain hörten sie auf zu spielen. „Wir sind keine verdammte Radioband, wir sind KRAFTKLUB!“, schrie Felix in die Menge. Und zum Abschied gab es dann noch „Scheissindiedisko„. Kraftklub sind einfach eine Band zum Feiern und Tanzen – ein langsamer Song hat scheinbar in ihrem Live-Aufgebot nichts verloren. Und obwohl die Bühnenshow der Chemnitzer Jungs ohnehin schon ein Highlight war, setzte Felix zum Schluss noch einen drauf und zündete einen Bengalo auf der Bühne – stilvoller Abgang, könnte man sagen!

© NayaCliché
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