Cris Cosmo – Mund zu Mund

Cris Cosmo – Mund zu Mund

Künstler: Cris Cosmo

Album: Mund zu Mund

Veröffentlichung: 07. September 2012


Features:
Booklet mit allen Songtexten

Mal ruhig, mal schnell, Latino- und Ska-Elemente – das ist gute Laune à la Cris Cosmo! Das neue Album vertont dieses gute Gefühl im Bauch, wenn man mit Freunden in der Sonne liegt… 

Bewertung: ♪♪♪♪ (4/5)

Früher war er als Straßenmusiker unterwegs, hat unter anderem Südamerika unsicher gemacht. In Chile erhielt er auch seinen heutigen Künstlernamen: Cris Cosmo. Inzwischen wohnt der Musiker in Frankfurt am Main und ein großer Teil seiner Band kommt ebenfalls aus Hessen. Kein Wunder also, dass der 34-Jährige oft in kleinen hessischen Clubs gespielt hat – Akustik-Sessions im Café Tass in Hofheim/Taunus waren in den letzten Jahren keine Seltenheit. Doch vielleicht sind diese Zeiten bald vorbei: Am 28. September 2012 vertritt Cris Cosmo das Land Hessen beim Bundesvision Song Contest mit seiner Single „Herzschlag„. Jetzt erscheint rechtzeitig sein neues Album „Mund zu Mund„. 

Es ist das dritte Album des Wahl-Frankfurters – und er hat sich hörbar weiterentwickelt. Das erste Album „Sandkorn“ erschien 2009 und war insgesamt sehr ruhig, enthielt viele Latino-Songs. Zwischen den Tracks gab es viele Skits, einige Titel waren auf Spanisch gesungen. Ein Jahr später (2009) erschien „Musik für die Bewegung“ – und der Name war Programm! Das zweite Album war insgesamt fetziger als sein Vorgänger. Cris Cosmo hat die Skits weggelassen und nur noch zwei Tracks waren auf Spanisch. Es gab sogar einen recht rockigen Song: „Eskalieren“.

Die beiden ersten Alben waren zwar sehr unterschiedlich, hatten aber dennoch einen typischen Cris Cosmo Charakter. Mit „Mund zu Mund“ hat der Künstler nun seine Mitte gefunden – eine Balance zwischen Latino, Reggae, Ska und Akustik. Cris Cosmo klingt ausgereifter als je zuvor. Alle Tracks sind auf Deutsch – und trotzdem vermittelt auch das neue Album Sonne, Sommer und gute Laune auf die typische Cris Cosmo Art. „Mund zu Mund“ ist etwas für jeden, der auf Ska, Reggae und Akustik-Klänge steht. Es ist tanzbar und zugleich entspannt.

© NayaCliché

Am Anfang des Albums steht der Song, mit dem Cris Cosmo auch beim Bundesvision Song Contest antreten wird. „Herzschlag“ zeichnet sich vor allem durch den markanten Offbeat und die Blasinstrument-Akzente aus. Ein Saxofon-Solo macht den Track vollkommen – und die Live-Performance des Songs animiert noch mehr zum Tanzen! Nach diesem groovigen Einstieg folgt erstmal Entspannung: „Wach auf (feat. Mellow Mark)“ ist ein typischer Reggae-Song, der ebenfalls durch Bläser ergänzt wird. Inhaltlich motiviert das Lied dazu etwas im Leben zu verändern. Der Part von Mellow Mark erinnert klanglich an Culcha Candela.

Im Verlauf wechseln sich ruhige und schnelle Songs ab – immer wieder mit Latino- und Reggae-Elementen. Cris Cosmo behandelt unter anderem auch traurige Themen des Lebens, wie beispielsweise eine Trennung („Die Wahrheit tut weh“). Dabei verliert er jedoch nie den Optimismus, der seine Musik kennzeichnet. Manche Songs wirken auch Jazz- oder Blues-typisch, beinhalten sogar einen Bigband-Sound – ein positiver Nebeneffekt der großen Besetzung der Band. Bläser, Piano, Percussions und sogar ein Didgeridoo sind auf diesem Record zu hören!

Der Song „Scheiss auf Facebook“ wurde bereits 2010 veröffentlicht und findet sich nun auf dem neuen Album wieder. Inhaltlich erinnert dieser Track an „Wellenlänge“, einen Titel vom zweiten Album des Künstlers: Es geht um die Digitalisierung, die Abhängigkeit der Menschen von Internet und Co. Auch dieser Song beginnt Reggae-typisch mit Offbeat und Bläsern, in der Bridge wird’s jedoch elektronisch: Ein Frazer im Gesang stellt die musikalische Umsetzung des Textes dar. Und darauf folgt eine Steigerung bis zum Schluss – schneller, lauter, ein fast aggressiver Gesang und ein plötzliches Ende.

Nach einem stetigen Wechsel zwischen Bewegung und Entspannung endet das Album mit einer Liebeserklärung an die Stadt, in der Cris Cosmo Musik studiert hat: „In Mannheim weint man zweimal (feat. Martin Kilger„). In diesem Track erklärt Cris Cosmo, was an Mannheim so liebenswert ist. Auch der letzte Song dieses Records ist eher ruhig, erinnert klanglich ebenfalls an Culcha Candela oder die Ohrbooten. Und im Zusammenhang des ganzen Albums ist das Lied das perfekte „Auf Wiedersehen“.

Fazit: 

„Mund zu Mund“ verbreitet gute Laune und gleichzeitig eine entspannte Stimmung. Schade, dass es nicht bereits im Frühsommer veröffentlicht wurde – das Album darf daher auf keinen Fall fehlen, wenn ihr die letzten Sonnenstunden in diesem Sommer genießt!

Highlights: 

Track 1: Herzschlag
Track 2: Wach auf
Track 4: Der Sommer kommt zurück
Track 10: Scheiss auf Facebook
Track 12: Du selbst



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